Sonjas London Tipps

Welcher Flughafen solls denn bitteschön sein?

Ich werde immer wieder gefragt, welchen Flughafen bzw. welche Airline den am günstigsten bzw. idealsten sei. Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Einerseits kommt es drauf an, in welchem Stadtteil ihr euer Hotel gebucht habt und ob ihr mit oder ohne Handgepäck reist. Und andrerseits ist der Faktor Zeit auch ne Überlegung wert, denn London ist riesig. Von A nach B kann man gut und gerne drei Stunden haben. London ist nicht Zürich oder Bern, vergesst das nicht!!

City Airport (Zentrum)
Swiss und British Airways fliegen von Zürich aus mehrmals täglich den Londoner Stadt-Flughafen an. Der City Airport liegt mitten in der Stadt, ist klein und fein und mein absoluter Lieblings-Flughafen, weil man vom Check-In bis ans Gate maximal 30 Minuten (inkl. Sicherheitskontrolle) einberechnen muss. Über www.swiss.com gibts Flüge bereits ab 200 Franken. Bei British Airways kosten sie meistens ein wenig mehr.

Verglichen mit den Easyjet Tarifen tönt das vielleicht nach viel Geld. Wenn man aber beachtet, dass bei Easyjet nur das Handgepäck for free ist und die Easyjet Flughäfen weit ausserhalb des City Centers liegen, rechnet sich ein Swiss Flug oft doch. Mich kostet zum Beispiel der Weg von London-Greenwich (im südosten der Stadt) nach Gatwick locker 15 Pfund (ein Weg).

Anflug auf London

Heathrow (im Westen Londons)
Fliege ich nur im absoluten Notfall an. Die Wege zum und vom Gate sind mir zu lang. Zudem verliert man oft viel Zeit bei der Passkontrolle, dem Sicherheitscheck und am Gepäckband. Die Swiss-Preise, auch die von British Airways, liegen für Heathrow auch etwa bei 200 Franken.

Für den Heathrow-Express ins City Center muss man 43 Pfund fürs Retour-Ticket blechen (wer online über Visit Britain bucht, spart 5 Pfund). Fahrzeit ca. 15 Minuten nach London Paddington. Deutlich billiger ist es mit der Tube (Piccadilly Line). Je nach Zieldestination um die 6 Pfund. Fahrzeit ca. 60 Minuten.

Gatwick (im Süden Londons)
Fliege ich nicht mit Swiss den City Airport an, dann bevorzuge ich Easyjet nach London-Gatwick. Bereits ab ca. 80 Franken fliegt mich die Billig-Airline in den Süden der Stadt. Danach geht’s mit dem Zug in die Stadt. Läuft alles glatt brauche ich von Gatwick nach London-Greenwich zwischen 30 und 60 Minuten. Kostenpunkt: um die 15 Pfund (ein Weg).

Luton (im Norden Londons)
Fliege ich nie hin, obwohl mich Easyjet für ungefähr denselben Preis wie nach Gatwick nach Luton Airport bringen würde, aber dieser Flughafen ist mir zu weit weg von Greenwich. Wie viel die Fahrt vom City Center nach Luton kostet, weiss ich nicht mehr genau, aber so um die 14 Pfund wird’s schon kosten.

 

ÖV-Tickets: Bereits zu Hause ordnern

Falls ihr oft U-Bahn, Bus und Zug benutzt, dann empfehle ich euch, ne Oyster Card zu kaufen. Diese Oyster-Card könnt ihr vor Ort an jedem Tube-Station-Schalter kaufen – sofern es an der Station einen Schalter gibt.
Die Oyster Card ist eine wieder aufladbare Smartcard, die ihr mit einem Guthaben aufladen müsst, bevor ihr sie benutzen könnt. Die jeweiligen Fahrpreise der einzelnen Strecken werden dann fortlaufend von eurem Guthaben abgezogen.

Glaubt mir, ihr fahrt billiger mit dieser Oyster Card, als wenn ihr jedes Mal eure Fahrten einzeln berappt. Alternativ könnt ihr auch eine Travelcard posten. Travelcards gibt es für einen Tag, eine Woche oder einen Monat. Je nachdem kommt die Travelcard für einen Tag billiger (allerdings nur wenn ihr wirklich viel ÖV fahrt), als wenn ihr jede einzelne Fahrt von der Oystercard abbuchen lässt. Travelcards gibt es je nach Zonen schon ab 9.50 Euro (off peak time).

Busses in London

Aber nochmals zurück zur Oystercard: Das Guthaben auf eurer Oystercard verfällt nicht. Besucht ihr London erst wieder in vier Jahren, ist der Restbetrag vom letzten Mal noch auf der Karte drauf.
Falls ihr die Oysterard nicht an einem der zahlreichen Automaten mit Geld aufladen wollt, dann könnt ihr das auch über die TFL-Website. Auf der Transport of London Page findet ihr zudem heraus, wie ihr am schnellsten von A nach B kommt, welche Strecken gerade blockiert oder verspätet sind (was oft vorkommt), wo ihr Velos ausleihen könnt etc.

 

Verdammt nützliche Apps

Wie komme ich am schnellsten von Charing Cross nach Maze Hill? Die Apps Busmapper, Citymapper (zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem Taxi) und Tube Map London sagen es mir. Die Apps sind kostenlos, fehlt nur noch Wifi, doch das findet ihr in vielen Shops, Kafis etc.

 

Hier findet ihr Top-Infos zu London

Die Visit Britain Website ist top, kann ich echt empfehlen. Dort findet ihr gute Infos zu Sehenswürdigkeiten, zu aktuellen Angeboten und ihr könnt auch Tickets etwa für das London Eye oder The Shard bestellen. Tix für das London Eye würde ich unbedingt im Voraus kaufen, das kommt euch günstiger, als wenn ihr an der Tageskasse eins ersteht.

London RFAuf der Website von Time Out findet ihr heraus, was gerade in der Stadt läuft. Auch Vouchers für verbilligte Trips oder Abendessen könnt ihr bei Time Out kaufen. Ich schaue immer mal wieder bei Time Out rein, weil ich ihre Tipps echt gut finde. Natürlich gibt’s auch noch die gute alte Printausgabe. An welchen Orten das Heftli aufliegt, findet ihr auch über die Website raus.

 

Nette Bleiben in der Stadt

Da ich in London eigentlich nie in einem Hotel übernachte, ist es schwierig für mich, euch Tipps zu geben. Zwei Häuser kenne ich allerdings. Das Erste ist das Hoxton Hotel in Shoreditch im Nordosten der Stadt: Cool, trendy und ne gute Mischung an Gästen. Abonniert euch den Hoxton-Hotel-Newsletter, dann werdet ihr über die Discount-Zimmer-Preise des Hauses informiert. Manchmal verscherbeln die Zimmer für einen Pfund…

Das Zweite ist das One Leicester Street Hotel ganz in der Nähe des Leicester Square und somit super zentral. Auch dieses sehr stylische Hotel hat manchmal Schnäppchen-Preise. Von Sonntag auf Montag oder Montag auf Dienstag kann es schon mal vorkommen, dass man nur 138 Pfund (ohne Zmorge) berappen muss.

Tolle Angebote findet ihr immer auch auf Booking.com. Vor allem kurzfristig werdet ihr dort super Schnäppchen machen.

Wer ein wenig mehr Platz braucht, kann sich über diese Anbieter eine Wohnung mieten. Das Konzept der eigenen Wohnung mag ich sehr, wenn ich drei, vier Tage in einer Stadt bin:

  • Auch der Schweizer Anbieter www.interhome.ch ist ein Klick wert (tolle Wohnungen, hoher Standard, mittel- bis hochpreisig)

Prinzipiell würde ich mir vor dem Buchen der Bleibe überlegen, was ihr in London so anstellen wollt. Sind diese Spots alle im Süden der Stadt, macht es keinen Sinn, wenn das Hotel im Norden ist. Die Wege sind in dieser Megacity schlicht und einfach zu weit.

 

Meine liebsten „klassischen“ Sehenswürdigkeiten

Blättert in einem Reiseführer und sucht euch die nettesten Sehenswürdigkeiten aus. Sie sind alle okay, vergesst aber nicht, auch off-places zu besuchen. Dort entdeckt ihr das richtige, das echte London und das ist oft nicht so rausgeputzt und neat wie das Touri-London… Hier trotzdem meine Top-Sightseeing-Spots:

River Thames
Fahrt mit dem Bootli vom City Center nach Greenwich.

Royal Greenwich
Besuch von Royal Greenwich inklusive Greenwich Park. Der Park ist der absolute Hammer. Vor allem im Sommer finde ich es uuu gemütlich im Flower Garten abzuhängen. Vom Royal Greenwich Observatory (dort wo der Nullmeridian durchläuft) hat man übrigens einen fantastischen Blick über die Stadt. Übers Weekend gibt es in Greenwich einen netten Markt (Food, Bilder, Kleider, Ramsch, Kitsch etc.).

Aussicht von Royal Greenwich aus

Trafalgar Tavern
In Greenwich findet ihr auch eines meiner Lieblingspubs: The Trafalgar Tavern direkt an der Themse.

Royal Teas
Auch sehr nett und vor allem extrem preiswert ist das Kafi Royal Teas in Greenwich.

Emirates-Airline-Seilbahn
Es muss an meinen Schweizer Genen liegen, dass ich die Gondeli-Fahrt (gebrandet mit Emirates Airlines drum der Name…) über die Themse von Greenwich Peninsula nach Royal Docks so lässig finde. Am Start- und Endpunkt der Gondel gibt’s nicht viel zu tun, drum muss man nie anstehen. Aber wer auf Pubs steht, wird auf der Ostseite ein super Pub entdecken: The Gun. Es zählt zu meinen Lieblingspubs. Verkehren tun dort nur Einheimische. Es liegt so abseits von den Touri-Einzugsgebieten, dass sich kaum ein Fremder dorthin verirrt.

Emirates Cable Car LondonVelotour entlang der Themse
Eine meiner liebsten Touren ist entlang der Themse. Startpunkt ist in Greenwich bei der Trafalgar Tavern. Dann geht’s immer dem Fluss entlang Richtung O2 bis zur Emirates Seilbahn. Die Strecke gefällt mir so gut, weil sich liebliche Uferpromenaden mit Brachland, Baustellen und dem roughen London abwechseln. An Velos ranzukommen ist einfach, man kann in der ganzen Stadt die sogenannte Boris Bikes (benannt nach dem Londoner Bürgermeister Boris Johnson) ausleihen.

Velotour Themse

The Shard
Die Sicht vom höchsten Gebäude Londons auf die Stadt ist eine Wucht. Wer die 30 Pfund Eintritt für die Aussichtsplattform nicht bezahlen mag, der schaut einfach im Aqua@Shard vorbei. Ich finde das Resti respektive die Bar der absolute Hammer. Mir gefällt es dort so gut, dass ich manchmal einfach auf einen Drink vorbei gehe und den Blick auf die Stadt geniesse. Zumal das people-watching im Aqua auch sehr viel Spass macht.

Soho
Extrem touristisches Viertel, sehr bunt und multikulturell, hier ist immer etwas los. Vor allem abends. Tausend Restis, Kafis und Bars und Millionen von Leuten. Hier bist du nie alleine und die Stimmung ist immer gut, das Nachtleben ist legendär… Das beste Pub in Soho (wenn es nach mir geht) ist The French House an der 49 Dean Street. Hier hängen auch viele Grafiker, Musiker, Schauspieler, Regisseure und Journalisten ab. Ein Grund dafür ist unter anderem der nahe gelegene The Groucho Club. The Groucho ist allerdings ein Privatclub: members only. Doch wer auf Promi-Spotting steht, ist hier genau richtig. Kate Moss ist Member. Mick Jagger, Damian Hurst und und und.

 

Auf Abwegen: Nicht sooo „klassische“ Touri-Spots

Columbia Road
Mein absolut liebster Sonntags-Ausflug innerhalb Londons ist der an die Columbia Road im Osten der Stadt. Ab 8 bis 15 Uhr stehen Londons letzte Blumenverkäufer an der Columbia Road und bringen ihre Pflanzen lautstark an Mann und Frau. Dabei wird die vorüber marschierende Masse genau beäugt und in breitestem Arbeiter-Dialekt auseinander genommen. Die Sprüche die hier fallen, sind oft sehr spitz und witzig. Hinter den Marktständen gibt es hübsche, kleine Läden. Die meisten sind erst ab DI oder DO bis Sonntag geöffnet und verkaufen Second-Hand-Artikel, Bilder, Design-Stuff, Kleider, Haushaltswaren aller Art und und und. Auch die tollen, teilweise sehr einfachen Kafis, die man in Hinterhöfen und Keller findet, sind genial.

Brick LaneBrick Lane
Nach der Columbia Road schlendere ich jeweils weiter zur Brick Lane. Hier gibt’s nicht nur die besten und meisten Inder der Stadt (damit sind Restis gemeint!!), sondern übers Weekend auch tolle Marktstände mit Food, Ramsch, Kleidern etc. Und natürlich 10 000 Läden und Kafis (Kleider, Schuhe, Vintage, Design, Musik etc). Die Brick Lane ist ein Hotspot der Kulturen, Kreativen und Andersartigen. Hier vibriert London und hier findet man das „andere“ London, das coole und szenige.

The Old Truman Brewery
Hier könnte ich mich tagelang rumtreiben. Im alten Brauerei-Gebäude gibt es haufenweise coole Shops, Bars, Restaurants, Clubs, Märkte und Galerien. Vor allem übers Wochenende zieht es mich hierhin. Aber auch unter der Woche ist es ein place to be.

Street Art London

Old Spitalfields Market
Wenn ihr schon in dieser Gegend seid, lohnt es sich auch im Old Spitalfields Market reinzuschauen. Im Vergleich zu den drei Tipps davor ist dieser Markt extrem kommerziell. Trotzdem ist er nett. Vor allem die Gegend um den Markt herum ist interessant. Dort findet ihr viele Vintage- und Designershops.

Alfies Antique Market
Draussen vor dem Markt wähnt man sich in Little Istanbul, drinnen im Mekka der Design-Liebhaber. Vom Eames Chair über gesuchtes kitschiges italienisches Design findet man hier alles. Auch Uhren, Poster, Geschirr und Gläser, alte Hüte, Bilder und und und. Allerdings sind die Preise in den letzten Jahren enorm gestiegen. Ich war im Februar 2014 zum letzten Mal dort (Nordwest-London) und mir hat es fast die Sprache verschlagen: Saperlot, spinnen die, dachte ich mir. Einen Blick reinwerfen, ist trotzdem interessant. Zuoberst im Gebäude hat es ein nettes kleines Café und an der Strasse, die zum Alfies Market House führt, gibt es nette Marktstände mit Alltagsramsch (Mützen, Sonnenbrillen, Uhren, Pfannen etc. alles sehr billig).
Gut zu wissen ist, dass in der Umgebung manchmal fliegende Händler mit Kastenwagen auffahren. Die verkaufen Second-Hand-Ware zu Tiefstpreisen. Ich habe im Februar zwei uralte, kleine Glasschalen für je einen Pfund gekauft. Der Kontrast zu den Preisen im Alfies-Market hätte nicht grösser sein können.

Lewisham Market Schalen mit Gemüse

Lewisham High Street Market
Nach Lewisham verirrt sich kaum ein Tourist. In diesem Stadtteil lebt die ärmste Bevölkerungsschicht Londons und gerade darum ist es interessant, sich hier mal umzuschauen: Alles ist unglamurös und total normal. Bin ich in der Gegend, kaufe ich auf dem Lewisham High Street Market Früchte und Gemüse ein (MO-SA 9-15.30 Uhr). Die werden nicht nach Gewicht verkauft, sondern per Schale. Eine Schale kostet meistens einen Pfund. Egal ob es sich um eine Schale Tomaten, eine Schale Avocados oder eine Schale Erdbeeren handelt. Mir gefällt die Stimmung auf diesem Markt: Sie erinnert mich an Afrika. Laut, bunt gemischt, sehr farbig und kaum Europäer.
Zur Orientierung: Lewisham befindet sich hinter dem Borough Greenwich, was sehr interessant ist. Royal Greenwich ist eine vornehme Gegend, Lewisham ist eine sehr arme und taffe Region. Der Kontrast könnte nicht grösser sein…

 

Hampstead
All die super trendy Londoner Stadtteile können mir hie und da gestohlen bleiben, obwohl ich sie durchaus mag. Sehr sogar. Die ganze Gegend um Bethnal Green möchte ich jedenfalls nicht missen. Auch Spitalfields und Soho nicht. Aber ab und zu brauche ich Luft und schöne Landschaft. Letzteres gibt’s nicht nur in unserem Domizil in Greenwich sondern auch in Hampstead nördlich der City im Überfluss. Das kleine, feine Zentrum dieses Stadtteil ist richtig putzig und wer gerne in kleinen, teilweise etwas verstaubten Läden stöbert, wird in Hampstead glücklich werden. Den besten Kaffee Londons habe ich übrigens auch in Hampstead getrunken. Schaut unbedingt im Ginger and White (5 Perrin’s CT) rein. Das Kafi ist super klein, in Sachen Kaffeequalität aber erstaunlich gross.

Upper Street HampsteadGeluncht habe ich im Spaniard’s Inn und zwar weil Charles Dickens dort abgestiegen ist. Das Pub aus dem 16. Jahrhundert war lange Zeit ein Stammlokal von Poeten wie Lord Byron oder eben Dickens. (Spaniard’s Road, mit der Tube bis Hampstead). Tja, und jetzt wo wieder die Sonne lockt, sind auch die Hampstead Ponds einen Ausflug wert. Die Naturteiche locken Wasserratten wie mich aus der ganzen Stadt an. Nirgendwo kann man schöner planschen in London als in diesen Ponds.

Ps. Boy George wohnt übrigens in Hampstead wie viele andere Künstler und Promis. Das ist sein Hauseingang….

Hauseingang von Boy George

 

Flohmärkte die nur Locals kennen: Die car boot sales!

Der absolute Geheimtipp in Sachen Flohmärkte in London sind die car boot sales. Sie finden meistens an einem Samstag oder Sonntag auf einem grossen Parkplatz oder einer riesigen Wiese statt. Und zwar überall in und um London.
Viele von diesen Kofferraum-Märkten gibt es schon seit Jahren, kennen tun sie aber fast nur Einheimische. Diejenigen die etwas zu verkaufen haben, fahren mit ihren Autos auf dem Parkplatz oder der Wiese vor, präsentieren ihre Ware auf einem kleinen Tisch, auf einem Tuch oder schlicht und einfach im Heck ihres Fahrzeuges. Verkauft wird alles, was zu Hause rumsteht und nicht mehr gebraucht wird: Kühlschränke, Besteck, Hüte, Taschen, Kleider, Porzellan, Schmuck, DVD’s, Spielzeug, Stühle, Pflanzen und und und.

car boot sale in LondonDiese car boot sales sind Fundgruben für Sammler. Ich stehe auf alte Gläser, Vasen, Karaffen und Schalen. Erst kürzlich habe ich eine Dessertschalen-Set inklusive grosser Schale für bloss 2 Pfund erstanden. Dazu 3 Likörgläser aus wunderschönem alten Kristall-Glas für einen Pfund. In trendy Gegenden wie der Brick Lane oder Spitalfields hätte ich für jedes einzelne der drei kleinen Likörgläser um die 5 Pfund hingeblättert.

Leider ist es nicht ganz einfach herauszufinden, wo man die guten car boot sales findet. Die carboot sales in London Website gibt euch eine gute Idee, wo solche Märkte stattfinden. Die besten Tipps bekommt ihr allerdings gesteckt, wenn ihr Locals fragt. Egal wo ihr gerade seid, haut den Typ hinter der Bar an, die Verkäuferin im Kleidershop oder den Tankwart. Gerade die Leute an der Tankstelle sind immer tolle Informanten, denn die Kofferraum-Märkte finden oft in Industrie-Arealen, Autobahnausfahrten oder in der Nähe von Schnellstrassen statt.

Fragt unbedingt, wann die Flohmärkte starten. Die meisten dauern nur ein paar Stunden und bei schlechtem Wetter läuft meistens fast gar nichts. Scheint jedoch die Sonne, ist die Hölle los und ihr müsst euch auch nicht um euer leibliches Wohl sorgen: Vom Glacestand über den Mini-Kaffee-Shop bis zum Inder der Frühlingsrollen verkauft, findet ihr fast alles.

Das ist meine Ausbeute (für 8 Pfund!!) des car boot sales im Flamingo Park an der A20. Er findet fast jeden Sonntag von 9:30 bis 12  Uhr (bei schlechtem Wetter) bzw. bis 14 Uhr statt.

Gläser, Vasen und Schalen vom car bootsale im Flamingo Park

 

Hier noch ein paar coole Spots, Strassen, Bars, Restis, Clubs, Links und und und…

The Ivy Restaurant
Erzählst du einem Londoner, dass du im Ivy essen warst, weiss er wie er dich einstufen muss (die Gesellschaftsschicht ist damit gemeint und die ist in England ja nach wie vor extrem wichtig). Denn das Ivy zählt zu den berühmtesten Restaurants in ganz London. Von Freitag- bis Samstagabend stehen oft fette Porsches, Bentleys und was man sonst halt noch so fährt, wenn man a) ein Promi   b) ein Banker  oder  c) ein Royal ist.

Aber keine Angst: Auch das ganz normale Fussvolk darf im The Ivy tafeln. Ihr müsst einfach Wochen bzw. Monate im Voraus einen Tisch reservieren. Zumindest wenn ihr an einem Abend dort vorbei schauen wollt. Möchtet ihr “nur” lunchen, dann kriegt ihr manchmal auch ein paar Tage vor eurem Wunschtermin noch einen Tisch.

Die Preise im Ivy sind übrigens vernünftig. Während man in einem Schweizer Restaurant mit einem solchen Ruf nur schon für eine Vorspeise fast 30 Franken ausgeben muss, kommt man im Ivy mit 8 bis 15 Pfund davon. Die Hauptspeisen bewegen sich zwischen 14 und 30 Pfund. Die preiswerteste (gute) Flasche Wein gibts ab 27 Pfund. Der Dresscode ist locker aber gepflegt und die lokale Promi-Dichte meistens hoch, denn dieses alteingesessene Restaurant (es kommt sehr old style daher) ist auch bei Künstlern, Designern, Musikern, Schauspielern und Journalisten äusserst beliebt.

Gordons Wine Bar
Wer sie nicht kennt, übersieht sie leicht. Denn der Eingang zu Gordons Wine Bar, der ältesten Wine Bar der Stadt (seit 1890 und das in England, dem Land des Biers…), ist unscheinbar. Doch einmal drin, wird man verwundert die Augen reiben: Waaass? Sowas in London!!! Gordons Wine Bar ist definitiv die aussergewöhnlichste Bar der Stadt. Sie befindet sich im Untergeschoss in einem riesigen Gewölbekeller. Teilweise ist er etwas gar tief. Sprich grosse Menschen müssen sich bücken. Die Bar ist immer gestossen voll, manchmal ist fast kein Durchkommen möglich. Dafür lernt man gut Leute kennen… Und es ist immer sehr warm da unten. Manchaml auch etwas feucht. Je nach Wetter. Orientierungshilfe: Die Bar befindet sich an der 47 Villiers Street, das ist gleich bei Charing Cross.

The Groucho Club
Oft werde ich auch nach Clubs gefragt: Wo hängst du am liebsten ab, Sonja? Im The Groucho Club in Soho. Es ist momentan einer der heissesten Clubs der Stadt. Aber er ist leider ein „members only“ Club.

Noch mehr Clubs
Sehr gerne mag ich auch die Clubs in der The Old Trueman Brewery, aber mein letzter Besuch liegt schon es bizeli zurück.

Total angesagt ist momentan etwa das Bussey Building. Von Streetart über Workshops bis zu Bars, Kinos und Clubs findet ihr dort alles. Hier trifft sich momentan (ein Teil) der Londoner Szene… Ich mag den Ort sehr.

Musik von früh bis spät gibts zum Beispiel auch in den Südost-Londoner Corsica Studios. Funk, Elektro und ganz viel Underground Groove stehen hier auf dem Programm.

Edler als in The Old Trueman Brewery, Corsica Studio und im Bussey Building gehts im Fabric Nightclub zu und her. Achtung: Nightclub ist in London mit einer Disco oder einem normalen Club gleichzusetzen 🙂

Nützliche Infos bezüglich angesagten Clubs, findet ihr zum Beispiel auch im Time Out Magazine.

Auch einen Abstecher wert
East London’s Lauriston Road offers a locals-only experience.

Ziferblat is London’s first pay-per-minute cafe, based on a Russian chain where ‘everything is free, except the time you spend there.

Vintage Books

 

Rooftop Bars

Ich will immer hoch hinaus, egal in welcher Stadt ich bin. Skylines gucken ist eine Manie von mir und in London kann ich sie voll ausleben. Zürich hat diesbezüglich leider wenig zu bieten mit ein, zwei Ausnahmen. Aber in London da gibts so viele Möglichkeiten: Etwa das London Eye, The Shard, die Gondelbahn über die Themse, die Bar im Tate Modern Museum und natürlich die unzähligen Roof Top Bars.

Launisch-regnerisches Wetter hin oder her die Londoner Gastronomen und Hoteliers beweisen immer mehr Mut und so sind fantastische, neue Open-Air-Dachterrassen entstanden, die sich sehen lassen können. Etwa die super cosy und grosszügige Terrasse im ME London Hotel im Theaterdistrikt. Allerdings muss euer Portemonnaie gut gefüllt sein, wenn ihr von dort oben die Stadt sehen wollt. Mindestkonsum unter die Woche pro Person: 50 Pfund. Am Wochenende 100 Pfund pro Person. Man hat’s oder man hat’s nicht…. Ich finds ne Frechheit, dass diese Zweiklassen-Gastronomie Einzug hält, sorry!

ME Rooftop BarBloss 5 Pfund hinblättern muss man in der Vista Roof-Top-Bar des The Trafalgar Hotel am weltberühmten Trafalgar Square mitten in der City. Der Eintritt wird ab fünf Uhr abends verlangt, was ganz okay ist. Das London Eye oder das Themse-Gondeli sind ja auch nicht gratis.

Alle Nostalgiker unter euch, sollten einen Abend in den Kensington Roof Gardens in Central London verbringen. Es ist der älteste und berühmteste Dachgarten Londons. Lange Zeit war er mit seinen 6000 m2 auch der grösste Europas. Ihr müsst einfach vorher anrufen, denn oft ist der üppig bepflanzte Garten vermietet oder nur für Club Members zugänglich – aber nicht immer!!!

Kensington Gardens Bild neu

 

Diese Galerien & Museen mag ich besonders

Tate Modern Gallery
Die Tate Gallery of Modern Art ist mein absolutes Lieblingsmuseum in London. Es ist das weltweit grösste Museum für moderne Kunst. Die meisten Ausstellungen sind kostenlos nur die Sonderausstellungen kosten. Je nach Künstler ist der Andrang gross, darum besser ein Tix im Voraus reservieren inklusive Zeit, wann man die Ausstellung anschauen möchte.
Nebst den Museum-Shops mag ich auch das Restaurant at Tate Modern im 6. Stock sehr. Die Aussicht auf die gegenüberliegende Seite und die Themse ist phänomenal.

National Portrait Gallery
Nach der Tate Modern folgt auch schon die Portrait Gallery. Insbesondere die Photo-Sonderausstellungen sind super (kosten extra, der Rest ist auch hier kostenlos). Pluspunkt dieses Museums: Es liegt extrem zentral am St. Martin’s Place.

Victoria & Albert Museum
Fantastischer Museums-Shop und tolle Sonderausstellungen. Nirgendwo auf der Welt gibt es eine grössere Sammlung an Kunsthandwerk und Design als im VAM. Die Sonderausstellungen kosten Eintritt, den Rest darf man gratis anschauen.

 

Spa’s & Badis: Wo planscht man in London?

Ich war noch nie in London in einem Spa. Erstens bin ich nicht wirklich DER Spa-Typ und zweitens habe ich immer Tausend andere Ideen, was ich in London anstellen könnte. Time Out hat vor Urzeiten aber mal einen guten Artikel darüber geschrieben.

Badi London

Badis in London sind so eine Sache: Attraktive, wirklich lässige gibt es nicht. Briten haben keine Badi-Kultur und somit sind eigentlich alle Badis in London hässlich. Teilweise gibt’s nicht einmal einen Badi-Kiosk oder Grünfläche zum Liegen. Sprich man muss auf Betonboden rumhängen, was nicht sehr bequem ist. Schattenplätze sind auch seeeehr rar.

Was aber ganz nett ist, sind die Teiche in London-Hampstead (im Norden der Stadt). Diese Teiche sind schon fast ein Idyll in der big city, wo man locker einen ganzen Tag vertrödeln kann. Es gibt einen Teich für Männer, einen für Frauen und einen „gemixten“. Nur drei von dreissig Teichen sind zum Baden freigegeben. Schade…

ES LOHNT SICH REGELMÄSSIG REINZUSCHAUEN: ICH POSTE DAUERND NEUE LONDON TIPPS!!!

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2 Responses to “Sonjas London Tipps”

  1. Lidija

    hey! tolle seite! kannst du etwas zu mietmöglichkeiten in südost-london sagen? suche eine bleibe für 1 jahr und es scheint dort noch bezahlbar..welche plattformen nützt du? airbnb, facebook-gruppen, gumtree..

    thankyou!

    Reply
    • Sonja

      Hallo Lidija
      Leider muss ich bei dieser Frage passen. Wir mieten nie. Ich weiss aber, dass z.B. Lewisham noch sehr billig ist und bei Studenten zur Zeit sehr angesagt. Auch bei Künstlern etc.
      Beste Grüsse
      Sonja

      Reply

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